Samstag, 19. Februar 2011

Forschungsförderung für deutsch-französische Verbundprojekte

Forschung: Nach einer Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 24.01.2011 zur Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich in der zivilen Sicherheitsforschung sollen im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" deutsch-französische Verbundforschungsvorhaben gefördert werden.

Auf Basis dieser Bekanntmachung werden deutsche Beiträge zu den deutsch-französischen Verbundforschungsvorhaben gefördert. Die Förderung der französischen Beiträge erfolgt durch die ANR gemäß der dortigen Bekanntmachung "Concepts systèmes et Outils pour la Sécurité Globale CSOSG 2011".

Frankreich und Deutschland wollen mit ihrer bilateralen Kooperation bei der Sicherheitsforschung nicht nur die zukünftige nationale Sicherheit stärken, sondern auch einen Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur leisten.

Gefördert werden Verbundprojekte im Rahmen einer deutsch-französischen Kooperation, die innovative Lösungen erforschen und entwickeln, um damit den Schutz der Gesellschaft vor Bedrohungen, die durch Terrorismus, organisierte Kriminalität, Naturkatastrophen, technische Großunfälle u. a. ausgelöst werden, zu verbessern. Die Projekte müssen über den aktuellen Stand der Forschung hinausgehen und Beiträge zu einer oder mehreren der folgenden Themenfeldern leisten:

•Lösungen zum Krisenmanagement einschließlich dem Schutz und der Rettung von Menschen
•Schutz der Bevölkerung und der Bürgerinnen und Bürger vor Risiken und Bedrohungen, auch gegen Terrorismus und Kriminalität
•Schutz kritischer Infrastrukturen, auch unter Berücksichtigung von Interdependenzen
•Lösungen zur Sicherung von Warenflüssen und zugehöriger Informationsflüsse.
Zu berücksichtigen sind bei den Projektvorschlägen folgende Aspekte: Prävention, Früherkennung, Funktionsfähigkeit auch in Krisenlagen (z. B. durch Redundanzerhöhung), schnelle und effektive Reaktion auf sicherheitsrelevante Ereignisse.

Deadline für die Antragstellung ist der 28.04.2011 (ohne Gewähr).

Mehr Infos / Quellen:
- Bekanntmachung des BMBF vom 24.01.11
- BMBF-Portal Sicherheitsforschung - Forschung für die zivile Sicherheit: www.sicherheitsforschungsprogramm.de

Verwandte Artikel:
- EU-Förderung für Katastrophenschutzprojekte (03.02.2010)
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Mittwoch, 16. Februar 2011

Führung in Großschadenslagen (Buch)

Medien-Tipp: "Führung in Großschadenslagen: Taktische Verbände im Einsatz" von Cimolino, Bräutigam und de Vries ist ein Buch für die Verbandsführer-Ausbildung, das aber auch als Handbuch im Einsatz brauchbar ist. Hervorzuheben ist der gut verständliche, praxisnahe Schreibstil sowie die gelungene Mischung aus Grundlagenwissen, spezifischen Inhalten der Führung großer Verbände und praxisnahen Tipps.

Das Buch richtet sich primär an Zugführer der Feuerwehr, die sich auf die Leitung größerer Einsatzeinheiten vorbereiten möchten. Die Inhalte sind aber ebenso auf andere Organisationen (Sanitäts- oder Wasserrettungsbereitschaften, THW etc.) übertragbar.

Zunächst wird umfangreiches Hintergrundwissen über die geschichtliche Entwicklung und die heutigen Strukturen in der Gefahrenabwehr in Bezug auf den Einsatz größerer taktischer Verbände vermittelt. Dabei wird klar, dass die Kompetenzpflege in der Führung solcher Verbände lange vernachlässigt wurde, heute aber mit Blick auf das Konzept der überörtlichen Hilfe und der Medizinischen Task Forces neue Aktualität gewinnt.

Es folgen detaillierte Erläuterungen zu den einzelnen Einsatzphasen sowie zu Besonderheiten bei speziellen Lagen (Waldbrand, Hochwasser, CBRN-Einsatz). Dabei wird nicht überwiegend Wert auf klassische Aspekte der Einsatzleitung gelegt, sondern gezielt die Zusammenstellung und Alarmierung, die Sammlung und den Anmarsch, die Bereitstellung und Unterbringung, und das Heranführen großer taktischer Einheiten an die Einsatzstellen behandelt. Am Ende steht ein umfangreicher Nachschlageteil.

Die Autoren schaffen es gekonnt so viel Basiswissen anzubieten, dass die Inhalte auch für Nicht-Zugführer erfassbar werden, ohne den Vorgebildeten mit unnützem Ballast zu langweilen. Gewisse inhaltliche Redundanzen sind durchaus didaktisch sinnvoll und von den Verfassern bewusst angelegt. Die Erläuterungen zur inneren Gliederung der Führungseinheiten beispielsweise lassen die Sache weit besser verständlich werden als aus der DV100 allein. Das Buch vermittelt nicht nur einen Eindruck mit welchen Herausforderungen ein Verbandsführer zu kämpfen hat sondern bietet auch zahlreiche praktische Tipps zu deren Bewältigung.

Die reiche Bebilderung macht den Titel recht anschaulich, der Leser könnte aber noch mehr profitieren wenn im Text Verweise auf die jeweilige Abbildung zu finden wären. Die zahlreichen Fußnoten enthalten einiges an weiterführender Information, stören aber den Lesefluss ein wenig. Ein weiterer kleiner Schönheitsfehler ist das unvollständige Abbkürzungsverzeichnis, in welches aus Rücksicht auf die Leserschaft ohne feuerwehrtechnischen Hintergrund auch die Standard-Feuerwehrabkürzungen einbezogen werden sollten.

In der Summe bietet "Führung in Großschadenslagen" eine leicht erfassbare, ausgewogene Mischung aus Grundlagenwissen und praxisrelevanten Hinweisen für angehende (und erfahrene) Führer großer taktischer Einheiten.


Autoren: U. Cimolino, A. Bräutigam, H. de Vries.
Titel: Führung in Großschadenslagen: Taktische Verbände im Einsatz.
Reihe: Einsatzpraxis (Reihenherausgeber U. Cimolino)
Medien-Art: Buch, gebunden.
Erscheinungsdatum: 2010.
Verlag: ecomed Sicherheit, Heidelberg.
ISBN: 978-3-609-77485-5
Umfang: 322 Seiten.
Preis: 44,95 € (Mengenstaffelpreise ab 5 Exemplare).

Das Buch wurde vom Verlag zu Rezensionszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ähnliche Beiträge:
- Medizinische Gefahrenabwehr (Buch) (15.03.2010)
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Sonntag, 13. Februar 2011

TUIS-VR: Web-basiertes Simulationstraining für C-Lagen

Aus- und Fortbildung: TUIS-VR ist ein kostenloses Internet-basiertes Ausbildungs-, Trainings- und Prüfungswerkzeug für Transportunfälle mit chemischen Stoffen. Damit können in einer virtuellen Realität die ersten Schritte bei der Abarbeitung von C-Lagen aus Sicht der Feuerwehr simuliert werden.

TUIS-VR wird vom Verband der Chemischen Industrie (VCR) zur Verfügung gestellt ist in erster Linie für die Ausbildung von Gruppenführern der Feuerwehren in Bezug auf Transportunfälle mit Gefahrgut gedacht.

Nach Anmeldung via Internet und Installation einer kleinen Grafikerweiterung kann man sofort loslegen: In vorkonfigurierten Szenarien trifft der Gruppenführer des ersten Fahrzeugs an der Einsatzstelle ein, muss die Erkundung vornehmen und den entsprechenden Befehl für die ersten Schritte des Einsatzes geben. Der Einsatz kann aus der Vogelperspektive oder der "Erste-Person-Perspektive" betrachtet werden. Fahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei können in der Einsatzstelle platziert und navigiert werden, genau wie das zugehörige Personal (Führer, Truppmänner, Atemschutzträger, Rettungsfachpersonal, Notärzte etc.). Von 5 geplanten Szenarien stehen bereits 2 zur Verfügung.

Das Programm macht keine zeitlichen oder inhaltlichen Vorgaben, es gibt keine Rückmeldung oder Erfolgskontrollen. Auch gibt es keine direkte Interaktionsmöglichkeit mit den Personen im Spiel und keine dynamische Entwicklung der Lage.

Die Simulation ist für die moderierte Anwendung durch einen Ausbilder gedacht. Für diesen stehen Anleitungen für die Szenarien zur Verfügung, in denen die Erwartungen an den "Spieler" beschrieben sind. Für die Anwendung allein zu Hause am PC ist die Simulation wenig spannend, für die Nutzung im Rahmen der strukturierten Ausbildung aber ein sehr wertvolles Medium. Medizinische Lagen lassen sich in TUIS-VR leider nur sehr bedingt darstellen.

TUIS-VR kann aber noch auf anderem Wege nützlich sein: Anhand von Screenshots aus TUIS-VR-Einsatzszenen lassen sich gut einsatztaktische Schritte für Vorträge abbilden (Rettungsmittelaufstellung, primäre Bereitstellung, Personalaufstellung, Verletztenablage etc.).

Die Grafiken laufen rund, sind aber nicht in jeder Hinsicht perfekt. Dank der zur Verfügung stehenden Anleitung lässt sich die Steuerung mittels Maus, Tastatur oder Joystick schnell erfassen, ist aber nicht komplett intuitiv. Einige der pdf-Begleitdokumente ließen sich von mir nicht öffnen, sind aber auch nicht entscheidend. Die Bestätigungsmails und der Newsletter sind zunächst in meinem Spam-Postfach gelandet; falls keine Rückmeldung nach der Registriereung kommt einfach mal dort nachschauen.

TUIS-VR findet sich unter tuisvr.xvrweb.com. Es ist Teil des Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (TUIS) der chemischen Industrie.

Verwandte Beiträge:
- Analytische Task Force: Infos für Einsatzleiter (30.01.2011)
- Ausbildung für CBRN-Schadenslagen (23.09.2010)
- TUIS - Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems (14.02.2011)
- Alle Artikel der Rubrik Aus- und Fortbildung
- Alle Artikel der Rubrik C-Gefahren

TUIS - Transport-Unfall-Hilfeleistungs- und Informationssystem

Lexikon: Das Transport-Unfall-Hilfeleistungs- und Informationssystem (TUIS) wird vom Verband der chemischen Industrie (VCI) betrieben und soll Transportunternehmen und Gefahrenabwehr bei Gefahrgutunfällen unterstützen.

Eine ganze Reihe von Unternehmen stellt eine rund-um-die-Uhr Notrufbereitschaft sicher. Im Bedarfsfall wird eine dreistufige Unterstützung angeboten:

1. Stufe: Telefonische Fachberatung
2. Stufe: Fachberatung vor Ort
3. Stufe: Entsendung von speziellem technischen Gerät

Die zuständige Feuerwehr kann sich dabei entweder direkt an das nächste geeignete TUIS-Mitgliedsunternehmen uas der TUIS-Datenbank wenden oder Kontakt mit einer der Notrufzentralen aufnehmen. Näheres kann der TUIS-Broschüre oder der TUIS-Homepage entnommen werden.

Daneben bietet TUIS noch eine Reihe anderer Anwendungen wie das TUIS-App oder TUIS-VR, eine Internet-Einsatzsimulation zu Gefahrgutunfällen.

Verwandte Beiträge:
- TUIS-VR: Web-basiertes Simulationstraining für C-Lagen (14.02.2011)
- Alle Artikel der Rubrik C-Gefahren
- Alle Artikel aus dem Lexikon

Donnerstag, 10. Februar 2011

RKI-Merkblatt Influenza überarbeitet

B-Gefahren: Das Robert Koch Institut (RKI) hat seinen aktualisierten Ratgeber zur Influenza veröffentlicht. Es gibt einen profunden Überblick über Grundlagen, Epidemiologie, Klinik und Therapie der Grippe, einschließlich der Vogelgrippe.

Das RKI gibt Merkblätter zu allen gängigen Infektionskrankheiten heraus um Ärzten und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen im Bedarfsfall einen raschen, gezielten Überblick über übertragbare Erkrankungen geben zu können.

Ende Januar 2011 wurde nun eine aktualisierte Version des Influenza-Ratgebers veröffentlicht, in den insbesondere neue Erkenntnisse zur Influenza A/H1N1 (Schweinegrippe) eingeflossen sind.

Das Merkblatt kann auf den Seiten des RKI heruntergeladen werden.

Verwandte Beiträge:
- Häufung schwerer H1N1-Grippe in England (26.12.2010)
- Hygiene-Empfehlungen bei Influenza (27.08.2010)
- Alle Beiträge der Rubrik B-Gefahren

Montag, 7. Februar 2011

Verteilungsgerechtigkeit in der Pandemie

B-Gefahren: Ein interessanter Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 28.01. thematisiert Aspekte der Triage sowie der Rationierung und Priorisierung der Resourcenverteilung im Pandemiefall.

Annegret Schoeller und Christoph Fuchs von der Bundesärztekammer greifen in ihrem Beitrag "Triage bei Influenza: Wer kann versorgt werden?" wichtige ethische und taktische Aspekte der Verteilung bei Resourcenknappheit auf. Bisher fehlt in Deutschland eine gesetzliche Regelung, wer im Falle von Seuchen in welcher Reihenfolge geimpft oder behandelt werden soll.

Lediglich der nationale Pandemieplan gibt eine Prioritätenliste bei der Impfung vor: Zunächst sollen medizinisches, rettungsdienstliches und Feuerwehrpersonal, dann Polizei, Ordnungsbehörden und Entsorgungsunternehmen, dann weiteres Personal des Katastrophenschutzes, gefolgt von Personen mit Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und zuletzt der Rest der Bevölkerung geimpft werden. Diese Regelung hat aber keine Gesetzeskraft.

Als stragtegische Ziele für ein weiträumiges Seuchengeschehen werden folgende Punkte herausgearbeitet:
- Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems, kritischer Infrastruktur und der öffentlichen Ordnung
- Verhinderung weiterer Ansteckung durch Einschränkung der Bewegungsfreiheit
- Transparenz und Dokumentation der Maßnahmen für eine spätere Überprüfung
- Verteilung der Resourcen nach Regeln, die einen maximalen Nutzen für die Gemeinschaft als Ganzes sicherstellt. Die Rechte Einzelner müssen u.U. für diesen Zweck beschnitten werden.

Was ich bei diesen Ausführungen vermisst habe ist die Forderung, bereits vor dem Ausbruch einer Pandemie oder anderen Massenerkrankung durch entsprechende Vorbereitung und Vorhaltung die Periode bei der von der gewohnten Individualversorgung abgewichen werden muss so kurz wie möglich zu halten.

Verwandte Beiträge:
- Hygiene-Empfehlungen bei Influenza (27.08.2010)
- Triage-Methoden in der Notaufnahme (12.01.2011)
- Alle Artikel der Rubrik B-Gefahren

Quelle:
Dt. Ärzteblatt 2011 (108) B117 (kostenloser Volltext: html / pdf)

Freitag, 4. Februar 2011

Thomas Mitschke neuer Leiter der AKNZ

Personalia: Zum 1. Februar übernimmt Thomas Mitschke die Leitung der bundeseigenen Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Er löst den bisherigen Leiter Wolfgang Weber ab, der als Abteilungsleiter in die Hauptstelle des BBK in Bonn wechselt.

Mitschke blickt auf eine langjährige Berufserfahrung im Bevölkerungsschutz zurück. Bereits in den 1990er Jahren war er Fachbereichsleiter an den Vorgänger-Bildungseinrichtungen der AKNZ für den Bereich Führungsausbildung. Nach dreijähriger Leitung des Referates für Inlandseinsätze bei der Bundesanstalt THW übernahm er 2002 die Leitung des Gemeinsamen Melde- und Lagezentrums (GMLZ) von Bund und Ländern, das nach Gründung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in das Amt integriert wurde.

Ehrenamtlich war und ist der neue Abteilungsleiter beim Malteser Hilfsdienst Aachen, bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und im Ortsverband Sinzig des Technischen Hilfswerks engagiert. Geprägt durch zahlreiche Einsatzerfahrungen bezeichnet sich Mitschke selbst als „Bevölkerungsschützer mit Leib und Seele“, dem das Zusammenwirken aller Beteiligten am Herzen liegt, wobei für ihn immer die effiziente Hilfe für von Not und Katastrophen betroffene Menschen im Vordergrund steht. Eine wichtige Aufgabe des neuen Akademieleiters wird es sein, den Bau des geplanten neuen Kongress- und Wirtschaftsgebäudes zu begleiten.

Verwandte Artikel:
- AKNZ-Jahresprogramm 2011 erschienen (11.09.2010)
- Alle Beiträge rund um die AKNZ

Quelle:
Pressemeldung des BBK

Mittwoch, 2. Februar 2011

Analyse der Winter-Verkehrsprobleme

Kritische Infrastruktur: Bundesverkehrsminister Ramsauer legte Mitte Januar eine erste Analyse der Verkehrsbeeinträchtigungen durch die strengen winterlichen Verhältnisse im Dezember vor. In dem 26 Seiten starken Dokument geht er auf die Situation auf Straßen, Schienen, Schifffahrtswegen und im Luftverkehr ein und berichtet über bereits ergriffene und geplante Maßnahmen zur Verbesserung.

RamsauerEs gäbe keine Vollkasko gegen winterliche Verkehrsbehinderungen, das Wetter dürfe aber auch keine Ausrede für vermeidbare Verkehrsstörungen sein, so das Fazit von Ramsauer. Er berichtet über die wichtigsten Verkehrsstörungen und -behinderungen sowie über die Maßnahmen, die zur Vorsorge und zur Behebung akuter Störungen ergriffen worden sind. Der berechtigten Frage, wie es trotz dieser Maßnahmen zu den vielfältigen Behinderungen und Ausfällen kommen konnte, wird soweit nachgegangen, wie dies nach jetzigem Kenntnisstand möglich ist:

Straßenverkehr:
Die Streusalzbevorratung ist vielerorts noch zu knapp bemessen, Abhilfe soll durch zusätzliche Bereitstellung von Lagerkapazität oder Erweiterung und Sanierung schon bestehender Möglichkeiten. Die Möglichkeit einer Salzversorgung aus Südamerika wird aktuell geprüft um Lieferengpässen zu begegnen.
Durch die neu geregelte Winterreifenpflicht sollen Verkehrsbehinderungen vermieden werden. Dass diese bei LKWs nur für die Antriebsachse gilt wird damit begründet, dass LKW-Reifen einen höheren Naturkautschukanteil hätten und somit griffiger sind als PKW-Reifen [was viele LKWs aber nach wie vor nicht davon abgehalten hat sich quer zu stellen und ganze Autobahnabschnitte zu blockieren, Anm. d. Autors].

Eisenbahn:
Die Bahn konnte bei den winterlichen Verhältnissen ihren Service nur mit einer hohen Rate an Unpünktlichkeit erbringen [wobei die Zustände erheblich schlimmer waren als der Bericht suggeriert, da in diesem die Mittelwerte für den kompletten Dezember angegeben sind. Zu Spitzenzeiten waren offenbar nur 20% der Züge pünktlich. Anm. d. Autors]. Grund sind einerseits technische Mängel und fehlende Züge, andererseits auch ein deutlich erhöhtes Fahrgastaufkommen durch Behinderungen im Luft- und Straßenverkehr. Es besteht ein erheblicher Investitionsbedarf um die Situation zu verbessern, der wohl nicht kurzfristig ausgeglichen werden kann.
Besonderes Augenmerk wird auch auf die Berliner S-Bahn gelegt, die wegen technischer Mängel an ihren Zügen häufig nur einen Notfahrplan aufrechterhalten konnte.
Ein ganzes Paket an organisatorischen Maßnahmen zur Verbesserung wird vorgestellt.

Schiffsverkehr:
Durch Eisbildung war sowohl die See- als auch die Binnenschifffahrt behindert, jedoch nicht mehr als üblich. Dem wurde durch den verstärkten Einsatz von Eisbrechern begegnet.

Luftverkehr:
Im Luftverkehr kam es zu Verspätungen und Flugausfällen durch die Vereisung von Flugzeugen und Bewegungsflächen auf den Flughäfen, wobei zehn Tage der ersten Winterhälfte als besonders kritisch einzustufen sind. Die Flughäfen hatten sich jedoch gut auf die winterlichen Verhältnisse vorbereitet. In Einzelfällen kam es zu Nachschubschwierigkeiten bei Enteisungsmitteln, u.a. bedingt durch witterungsbedingte LKW-Fahrverbote, die jedoch dann vom Verkehrsministerium aufgehoben wurden. Die Flughäfen Frankfurt und München wurden durch Wetterberater des Deutschen Wetterdienstes vor Ort unterstützt.

Ähnliche Artikel:
- Wetteranfälligkeit der Bahn (15.01.2011)
- Informationen zur Vulkanaschewolke (21.04.2010)
- Alle Beiträge der Rubrik Kritische Infrastruktur

Quellen:
Bericht "Verkehr in Deutschland im Winter 2010/2011" des Bundesminsiteriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
BMVBS website
Pressemeldung des Bundestags
Hannoversche Allgemeine Zeitung
Foto: BMVBS/Fotograf: Frank Ossenbrink

Dienstag, 1. Februar 2011

Innenminister schwächt Terrorwarnung ab

Terrorismus: Bundesinnenminister de Maizière hat in einer heutigen Stellungnahme angekündigt, die Polizeipräsenz zur Terrorabwehr zurück zu fahren. Grundlage sei eine neue, weniger dramatische Einschätzung der Gefährdungslage.

Seit 17. November 2010 galt in Deutschland höchste Terrorwarnstufe. Grund hierfür waren die Bombenfunde in Luftfrachtpaketen auf deutschem Boden, Warnungen ausländischer sowie Erkenntnisse eigener Nachrichtendienste, dass noch für November ein Terroranschlag in der Bundesrepublik geplant sein könnte.

Diese Befürchtungen haben sich etwas abgemildert, wobei keineswegs von einer Entwarnung gesprochen werden könne. Die Sicherheitsbehörden, so de Maizière, behielten sich "neben verdeckten Maßnahmen ausdrücklich vor, gemeinsam mit den Ländern situations- und lageangepasst jederzeit wieder verstärkt auch mit öffentlichkeitswirksamer Präsenz auf besondere Bedrohungen oder bestimmte Gefährdungspotentiale und Gefährdungsspitzen zu reagieren - sei es bundesweit oder nur regional und temporär."

Kommentar:
Dieser Schritt war eigentlich zu erwarten: eine dauerhafte, maximale Sicherheitsstufe ist kaum durchzuhalten. Erstens sinkt mit der Zeit die Aufmerksamkeit der Bevölkerung, und zweitens müssen auch Polizistinnen und Polizisten mal Urlaub machen. Wollen wir hoffen, dass es keine Terrorkommandos gibt, die genau auf diesen Schritt gewartet haben...

Verwandte Beiträge:
- Konkrete Terrorgefahr in Deutschland (19.11.2010)
- HEIKAT - Handlungsempfehlung bei Terrorverdacht (21.11.2010)
- Alle Artikel der Rubrik Terrorismus

Quelle:
Statement von Minister de Maizière

Samstag, 29. Januar 2011

Analytische Task Force: Infos für Einsatzleiter

C-Gefahren: Analytische Task Forces (ATF) sind spezialisierte Einsatzeinheiten des Bundes für C-Gefahrenlagen. Sie können gefährliche Stoffe identifizieren und messen, und führen Experten mit sich welche die Einsatzleitung bei Ihren Maßnahmen beraten kann. In einer Broschüre für Einsatzleiter informiert das BBK über die technischen und personellen Möglichkeiten und die Alarmierungswege der ATF.

ATF werden in Deutschland an sieben Standorten vorgehalten: Berlin, Dortmund, Hamburg, Heyrothsberge (Sachsen-Anhalt), Köln, Mannheim und München. Kernstück ist der Gerätewagen ATF, ein mobiles Chemielabor mit ausgefeilter Analysetechnik sowie dem zugehörigen Fachpersonal. Die ATF gehören zur Versorgungsstufe 4 gemäß der "Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung".

In der erwähnten Broschüre erhalten Einsatzleiter umfassende Informationen über die technischen Möglichkeiten der ATF, einsatztaktische Besonderheiten (Vorlaufzeit, benötigte Resourcen vor Ort), sowie insbesondere die Alarmierungswege, die sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden.

Die Broschüre kann auf der Homepage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe heruntergeladen (pdf-Version) oder als Druckversion bestellt werden. Hier ist auch der Fax-Vordruck (pdf) für die Anforderung der ATF verfügbar.

Verwandte Beiträge:
- "Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung" wieder verfügbar (21.01.2011)

Mittwoch, 26. Januar 2011

Erster Einsatz für einen Fachberater Hochwasserschutz in Bayern

Wassergefahren: Beim Hochwasser der Naab in der Oberpfalz kam erstmals seit Einführung ein Fachberater Hochwasserschutz zum Einsatz. Er unterstützte den Krisenstab für den südlichen Landkreis Schwandorf.


Durch die plötzlich einsetzende Schneeschmelze stieg der Donauzufluss Naab bis auf das Niveau eines 50jährigen Hochwassers an. An einzelnen Pegeln wurden bisher nicht dagewesene Wasserstände gemessen. Es kam zur großfächigen Überflutung von bewohntem Gebiet; teilweise waren Siedlungen von der Außenwelt abgeschnitten.

Zur Unterstützung des Krisenstabs für den südlichen Landkreis Schwandorf kam erstmals seit der Einführung dieser Qualifikation in Bayern ein Fachberater Hochwasserschutz zum Einsatz. Vorabgespräche zwischen Fachberater Philipp Wolf von der Kreiswasserwacht Schwandorf, Kreisbrandinspektor Thomas Schmidt und Kreisbrandmeister Markus Dechant über die Meldungen des Hochwassernachrichtendienstes Bayern (HND) führten zur Einberufung des Krisenstabs. Die Hauptaufgabe des Fachberaters bestand darin, die Prognosen des HND zu interpretieren und bei der Erstellung der Lagekarten, insbesondere der überfluteten Flächen zu helfen. Desweiteren übernahm er beratende Funktion bei Fragen der Sicherheit der Einsatzkräfte: so war beispielsweise zu klären ob Hilfskräfte mit Waathosen in überschwemmte Strassen zu geschickt werden konnten oder ob hier spezielle Einsatzkräfte wie der "Wasserretter" der Wasserwacht eingesetzt werden müssen.

Ebenso konnten wertvolle Tipps beim Sandsackverbau an Türen und Fenstern gegeben werden. Bei einer geplanten Errichtung eines "Sandsackdammes" zum Schutz einer Strasse war ebenfalls eine Lageeinschätzung des Hochwasserschutzberaters gefragt. Eine weitere Aufgabe war die Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Hilfsorganisationen einzuschätzen und dem Einsatzleiter darzulegen, sowie mit dem Krisenstab zusammen die Abwehrmaßnahmen zu planen.

Mit Spannung wird unterdessen die noch ausstehende offizielle Funktionsbeschreibung für den Fachberater Hochwasserschutz erwartet, die sich noch in der Feinabstimmung der öffentlichen Stellen befindet.

Ähnliche Artikel:
- Wasserwacht bildet Fachberater Hochwasserschutz aus (02.04.10)
- Vorsorgemaßnahmen bei Hochwasser (08.01.11)
- Alle Artikel der Rubrik Wassergefahren

Mehr Infos zum Fachberater Hochwasserschutz:
Universität der Bundeswehr, München

(Fotos vom 15.01.11 aus dem Bereich des Fronberger Wehrs in Schwandorf, M. Dittmar)

Sonntag, 23. Januar 2011

2010 wärmstes Jahr der Geschichte

Naturkatastrophen: Das vergangene Jahr 2010 ist nach Angaben der World Meteorological Organization (WMO) das wärmste der Geschichte. Die Durchschnittstemperaturen lagen um 0,53°C über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Der diesjährige strenge Winter darf nicht über das Fortschreiten der Klimaerwärmung hinwegtäuschen.

Nach den Beobachtungen der WMO liegen die Temperaturen von 2010 noch unsignifikant über denen der Rekordjahre 1998 und 2005. Damit waren die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen allesamt seit 1998 zu verzeichnen. Gleichzeitig war die arktische Eisdecke laut WMO in 2010 so gering wie in keinem Jahr zuvor.

Die WMO ist eine Argentur der Vereinten Nationen mit dem Auftrag Status und Entwicklung des Klimas sowie dessen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Erde zu untersuchen und zu dokumentieren.

Auch strenge Winter in Europa können also nicht darüber hinwegtäuschen, dass die globale Erwärmung anhält.

Ähnliche Artikel:
- 2010 - Ein Jahr der Naturkatastrophen (04.01.2011)
- Alle Beiträge der Rubrik Naturkatastrophen

Quellen:
Pressemeldung vom 20.01., WMO website

Donnerstag, 20. Januar 2011

"Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung" wieder verfügbar

Nachricht: Die 2. Auflage von Band 4 der Schriftenreihe: WissenschaftsForum, „Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“, steht ab sofort zur Verfügung.

In der Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 und der Hochwasserlagen von 2002 hatte die Konferenz der deutschen Innenminister und -senatoren (IMK) noch im Jahre 2002 die so genannte „Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“ als neues politisch-strategisches Rahmenprogramm des Bevölkerungsschutzes beschlossen. Ziel dieser Strategie, die bis heute die Grundlage des neuen Verständnisses im Bevölkerungsschutz unseres Landes darstellt, ist die optimierte Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei der Vorbereitung und Bewältigung von national bedeutsamen Gefahren- und Schadenlagen.

Die Strategie enthält eine ganze Reihe von Entschlüssen, die die Entwicklung im Bevölkerungsschutz in den letzten Jahren entscheidend geprägt hat und dies auch in nächster Zukunft tun wird. Genannt seien hier etwa die neu definierten Versorgungsstufen bei MANV / Großschadensereignissen oder die Task Forces.

Nachdem die Schrift eine Zeit lang vergriffen war ist nun wieder eine aktualisierte Druckversion verfügbar. Sie kann auf den Seiten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bestellt werden. Natürlich gibt es auch eine pdf-Version zum download.

Montag, 17. Januar 2011

Neuauflage Handbuch betriebliche Pandemieplanung

Notfallvorsorge: Die alljährlich auftretende saisonale Grippewelle ist wieder da. Auch wenn sie keine Pandemie ist, so erinnert sie uns daran, dass eine Grippepandemie für viele Unternehmen weit reichende Folgen haben kann, zum Beispiel wenn viele Mitarbeiter erkranken oder Kunden ausbleiben. Aus diesem Grund bringt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zusammen mit dem Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart (LGA) eine Neuauflage des Handbuches „Betriebliche Pandemieplanung“ heraus. Das Buch soll Unternehmen für den Pandemiefall sensibilisieren und sie bei der Erarbeitung von betrieblichen Pandemieplänen unterstützen.

In das Werk gingen die Erfahrungen der H1N1-Pandemie von 2009 mit ein.

Die Neuauflage kann kostenlos beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe per E-Mail unter bestellservice@bbk.bund.de bestellt werden.

Online steht es auf der BBK-Internetseite: Handbuch Betriebliche Pandemieplanung - zweite erweiterte und aktualisierte Auflage (pdf/2959-KB) und ab dem 10.01.2011 unter: www.gesundheitsamt-bw.de zur Verfügung.

Ähnliche Artikel:
- Jede zweite deutsche Firma ohne Pandemieplan (08.09.2010)
- Empfehlungen für Pandemie-Management im Rettungsdienst (22.03.2010)
- Alle Beiträge der Rubriken Notfallvorsorge oder B-Gefahren

Freitag, 14. Januar 2011

Wetteranfälligkeit der Bahn

Kritische Infrastruktur: Alle reden vom Wetter - wir nicht... So hat die Bahn in früheren Zeiten für ihren Service geworben. Die heutige Realität sieht anders aus: Ausfälle der Klimaanlagen im Sommer, gefrorene Weichen und Bremsen im Winter. Der Schienenverkehr hat sich im letzten Jahr wenig resilent gegenüber Wettereinflüssen gezeigt.

Diese Woche musste sich Bahnchef Rüdiger Grube vor der Verkehrsministerkonferenz erklären. Ein wichtiger Grund für das Winterchaos seien fehlende Ersatzzüge aufgrund verkürzter Wartungsintervalle der ICEs; es bestünde ein erheblicher Investitionsbedarf. Daneben spielten Mehrbuchungen von gestrandeten Fluggästen eine erhebliche Rolle. Grube konnte nicht versprechen, dass die Probleme bis zum kommenden Winter abgestellt sein werden.

Die Verkehrsminister forderten verstärkte Investitionen in Schienenwege und Züge. Als mögliche Quelle war die jährliche Dividende in Höhe von 500 Mio € im Gespräch, welche die Bahn an die Bundesrepublik abführen muss. Auch die Allianz pro Schiene forderte in 2011 eine Mehrinvestition von 1.000.000 ( 1 Mrd.) €.

Die Probleme bei der Bahn zeigen deutlich, dass eine intensive Sparpolitik zwecks Börsenreife, die häufig mit einer Reduktion sicherheitsrelevanter Redundanzen einhergehen, schlecht mit Robustheit gegenüber Störeinflüssen vereinbar sind. Gerade weil die Bahn ein Reserveverkehrsmittel bei Wetterbedingten Flugausfällen darstellt ist hier eine hohe Verlässlichkeit auch bei ungünstiger Witterung zu fordern.

Es bleibt zu hoffen, dass ähnliche Probleme in Zukunft nicht auch bei anderen Infrastruktureinrichtungen zu verzeichnen sind, die an der Schwelle zu Privatisierung stehen oder diese schon hinter sich haben (Strom-, Gas- und Wasserversorger, Post, Krankenhäuser etc.). Schließlich führen Ausfälle dieser Verrsorger nicht "nur" zu verärgerten Kunden sondern auch zu einem erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden.

Quellen:
- Pressemitteilung Allianz pro Schiene
- Die Zeit, Schlagwort Bahn
- Pressemeldung der Bahn vom 21.12.

Dienstag, 11. Januar 2011

Triage-Methoden in der Notaufnahme

MANV: Sichtung und Priorisierung sind zentrale taktische Maßnahmen beim Massenanfall von Verletzten. Doch auch im täglichen Geschäft der Notaufnahmen wird immer häufiger eine Triage durch speziell geschulte Pflegekräfte durchgeführt. Ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt gibt einen Überblick über gängige Methoden der Patientenbeurteilung.

Das Patientenaufkommen in der Notaufnahme ist nicht planbar, so dass mit Siutaionen gerechnet werden muss bei denen das Patientenaufkommen die Behandlungskapazität übersteigt. In diesen Situationen muss eine Behandlungsreihenfolge nach Dringlichkeit festgelegt werden, durch eine Triage. Immer mehr wird diese Aufgabe an speziell trainierte Pflegekräfte delegiert.

Die Triage durch Pflegekräfte wird in der Regel standardisiert anhand strukturierter klinischer Skalen durchgeführt. Dabei unterscheidet man 3- von 5-stufigen Skalen, wobei sich die 5-stufigen als überlegen heraus gestellt haben. Anders als bei der präklinischen Sichtung sind nicht die gestörten Vitalfunktionen das einzige Kriterium, sondern Faktoren wie Schmerz oder vermuteter Ressourcenbedarf spielen ebenfalls eine Rolle. Teilweise sind diese Skalen sehr komplex und erfordern eine rechnergestütze Abfrage. Andere Instrumente wiederum sind recht einfach gehalten.

Verknüpft mit der Einstufung der Dringlichkeit sind oft Fristen bis zu deren Ablauf der Arztkontakt bzw. die definitive Untersuchung und Behandlung zu erfolgen hat.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt 2010 (107) 892-8

Samstag, 8. Januar 2011

DKKV-Infoblatt Nr. 4/2010 erschienen

Nachricht: Das 4. Infoblatt in 2010 des Deutschen Komitee Katastrophenvorsorge e.V. (DKKV) ist erschienen. Das Infoblatt kann unter www.dkkv.org heruntergeladen oder als Newsletter bestellt werden.


Die Themen sind:
- Grußworte der Vorsitzenden
- Bonn Dialogues 30.11.2010 Environment and Health: The Role of Climate Change
- 11. Forum Katastrophenvorsorge in Potsdam, 18./19.01.2011 PROGRAMM
- UN-Klimaverhandlungen in Cancún: Prozess gerettet – das Klima (noch) nicht
- Überraschung von Cancún

Zum aktuellen Infoblatt

Zum Infoblatt-Archiv

Freitag, 7. Januar 2011

Vorsorgemaßnahmen bei Hochwasser

deNIS: In einem Themenspecial im deutschen Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS) bietet das BBK eine Linksammlung zu Vorsorgemaßnahmen und Verhaltensregeln bei Hochwasser an.

Neben Internetadressen der Hochwasserwarndienste der Bundesländer finden sich auch Links zu Bürgerinformationen, Verhaltensregeln im Rettungsboot, einem Anbieter für häuslichen Hochwasserschutz und zum Erfahrungsbericht Oderhochwasser.

Quelle: Themenspecial Vorsorgemaßnahmen bei Hochwasser

Ähnliche Posts:
- Länderübergreifendes Hochwasserprotal
- Alle Artikel zum Thema Wassergefahren

Mittwoch, 5. Januar 2011

Zum Hochwasser in Australien

Naturkatastrophen: Nach dem ersten Zyklon der Saison ist im Nordwesten Australiens eine Fläche so groß wie Deutschland und Franlreich überschwemmt. Ca. 200.000 Menschen sind betroffen; 10 Todesfälle sind zu beklagen.

Ein Ende ist noch lange nicht in Sicht: Es wird prognostiziert, dass die Überflutung noch 10 Tage anhalten können. Außerdem wird von einer heftigeren Zyklonsaison als normal ausgegangen (Foto via Wikimedia Commons).

Rockhampton in flood

Weitere Informationen:
- MIC daily, der tägliche Katastrophenlagebericht der EU
- Artikel "Hochwasser in Australien" auf www.FWNetz.de
- Artikel "Hochwasser in Australien II" auf FWNetz

Montag, 3. Januar 2011

2010 - Ein Jahr der Naturkatastrophen

Naturkatastrophen: Mehrere Großkatastrophen haben 2010 zu erheblichen Schäden und außergewöhnlich vielen Todesopfern geführt. Geprägt wird die Naturkatastrophen-Bilanz des vergangenen Jahres von einer Häufung von schweren Erdbeben, wie sie in den letzten Jahrzehnten nur selten zu beobachten war. Die hohe Anzahl von Wetterkatastrophen sowie Temperaturrekorde global und in den verschiedensten Regionen der Erde sind weitere Indizien dafür, dass der Klimawandel voranschreitet, so bilanziert die Münchner Rück das vergangene Jahr.

Alljährlich gibt der Rückversicherer seine Katastrophen-Schadensbilanz heraus. Das abgelaufene Jahr liegt dabei deutlich über dem 10-Jahresdurchschnitt. Mit 950 Naturkatastrophen ist 2010 das zweitmeist geplagte Jahr der letzten drei Jahrzehnte. Auch was die Todesopfer angeht liegt 2010 mit 295.000 Toten um gut den Faktor drei über dem zehnjährigen Durchschnitt. Dies ist vor allem dem Erdbeben in Haiti zuzuschreiben (Grafik links, zum Vergrößern klicken).

Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr fünf Katastrophen, die in Anlehnung an die Definition der Vereinten Nationen (UN) in die oberste Kategorie der Größtkatastrophen einzuordnen waren: Die Erdbeben in Haiti (12. Januar), in Chile (27. Februar) und in Zentral-China (13. April) sowie die Hitzewelle in Russland (Juli bis September) und die Überschwemmungen in Pakistan (ebenfalls Juli bis September). Auf sie entfiel im abgelaufenen Jahr der größte Teil der Todesopfer (insgesamt etwa 295.000) sowie knapp die Hälfte der gesamtwirtschaftlichen Schäden infolge von Naturkatastrophen (Grafik rechts).

Quellen:
- Pressemeldung Münchner Rück vom 03.01.
- Videostatement zum download (zip)